Ziele geben Richtung – Strategie bestimmt den Weg

Der zweite Tag der Marketingplan-Challenge stand unter dem Thema berufliche, aber auch private Ziele setzen. Was will ich erreichen und vor allem, was kann ich dafür tun und tatsächlich beeinflussen. Ziele geben die Richtung, Strategie macht daraus einen Weg.

In diesem Blogartikel findest du folgende Themen:

Ziele geben eine Richtung für dein Tun. Für die Marketingplanung setzen wir Ziele in verschiedenen (Lebens-) Bereichen. Wichtige Ziele werden möglichst realistisch, messbar und machbar formuliert. Ziele sollen möglichst selbst steuerbar sein. Das bedeutet: Du solltest nicht den Erfolg an etwas festmachen, das andere tun müssen, sondern an dem, was du aktiv tun kannst, um diesen Erfolg möglich zu machen.

Fragen, die den Austausch bestimmt haben

Im Austausch ging es um drei Ziel-Fragen:

  • Wie plane ich, wenn ein großes Projekt in der Luft hängt und ich noch nicht weiß, ob es bewilligt wird?
  • Wie mache ich aus großen Vorhaben konkrete Schritte, die im Alltag wirklich machbar sind, ohne dass ich in Aktionismus rutsche und danach erschöpft bin?
  • Wie finde ich den richtigen Weg ins Marketing, wenn sich das wie ein Kanal-Dschungel anfühlt und ich nicht schon wieder „alles gleichzeitig“ machen will?

Viele Selbstständige denken vom Kanal aus

Oft fragen mich Selbstständige: „Soll ich zu LinkedIn gehen, soll ich auf Instagram posten, soll ich Newsletter verschicken?“ und erst danach überlegen sie, was sie eigentlich erreichen wollen. Klare Ziele und Systeme, um sie zu erreichen fehlen.

Im Gespräch wurde das ambivalente Gefühl zu Social Media deutlich: Einerseits sind die Plattformen dauerpräsent und ziehen einen immer wieder in ihren Bann, andererseits kostet es wahnsinnig viel Zeit und bringt im Verhältnis oft erstaunlich wenig. Eine Teilnehmerin hat es sehr treffend formuliert: „Instagram macht müde, ist ein Zeitfresser und einfach designt, abhängig zu machen“.

Erst das Ziel, dann die Strategie und Kanäle zum Schluss

Die Auswahl eines (oder mehrerer) Kommunikationskanals kommt in meinen Überlegungen immer ganz zum Schluss. Ich kläre erst, welches Ziel verfolgt wird, dann überlege ich eine Strategie, die zum Unternehmen und der Persönlichkeit der Selbstständigen passt. Dann wird entscheiden, über welche Kanäle die Botschaften an das vorab definierte Publikum kommuniziert werden soll. So zieht sich ein roter Faden durch das gesamte Marketing.

Statt überall sichtbar zu sein ist es sinnvollen, die Kund:innenreise klar zu definieren und immer zum jeweils nächsten Schritt einzuladen. Menschen brauchen viele Kontakt mit einem Unternehmen und sie freuen sich über eine klare Einladung. Sie wollen wissen: Was passiert jetzt als Nächstes, wie kann ich mit dir in Kontakt kommen, wie lerne ich dich kennen, wie entsteht Vertrauen.

Ziel sollte sein, eine gute Kundinnenreise zu planen

Die Kund:innenreise ist der Kaufentscheidungsprozess, den Menschen durchlaufen, bevor sich bei dir buchen. Sie führt über die Etappen 1. Vorstellen, 2. Verbinden, 3. Vorbereiten, 4. Verkaufen und 5. Verzaubern. Der Job von Selbstständigen ist, hier die Reiseleitung zu übernehmen und regelmäßig für ein neues Publikum sichtbar zu werden, Interessierte Schritt für Schritt in Richtung ihres Angebots zu begleiten und sie schließlich zum Kauf einzuladen. Hier findest du dazu einen ausführlichen Blogartikel. Und genau daraus lassen sich dann Ziele ableiten, die du steuern kannst, also Handlungsziele.

Marketingziele in Kleine Kampagne umsetzen

Mein Konzept der Kleinen Kampagne orientiert sich an der Kund:innenreise und ist damit unabhängig von bestimmten Kanälen oder modischen Trends, denn sie orientiert sich immer an den Menschen für die man wirksam werden will. Im Mittelpunkt steht ein bestimmtes (saisonales) Angebot, das ins Schaufenster gestellt wird. Es wird bewusst entschieden, welche Thema, welche Facette des Angebotportfolios in den Mittelpunkt der Marketingaktivitäten gestellt wird.

Ziele, die sich leicht anfühlen: To-want-Liste statt To-do-Liste

Spannend war der Impuls einer Teilnehmerin, aus der To-do-Liste eine To-want-Liste zu machen. Weil sich sofort etwas verschiebt: weg vom Müssen, hin zum Wollen. Und genau das ist im Kern Zielarbeit. Wenn ich weiß, was ich will, kann ich daraus die vielen kleinen Schritte ableiten, die mich zu diesem Ziel bringen. Oft entsteht Druck und Verzettelung, weil Projekte und Aufgaben vermischt werden. Projekte sind Tätigkeiten, die aus mehrere Aufgaben bestehen, die man einzeln in maximal 30 Minuten erledigen und dann abhaken kann. Mehr dazu findest du in meinem Blogartikel Fokus statt verzetteln:

Tipps für gute Ziele – beruflich und privat

  • Nimm private Ziele genauso ernst wie berufliche. Dein Business soll das Leben unterstützen, dass du leben möchtest, darum plane erst deine privaten Dinge, wie Arbeitszeit, Urlaub, Weiterbildung, Zeit für Freunde, Familie, Sinn etc. und dann die Ziele für dein Business.
  • Unterscheide Orientierungsziele und Handlungsziele. Das Orientierungsziel gibt die Richtung (zum Beispiel Umsatz, Auslastung, Anzahl Kundinnen). Handlungsziele sind das, was du beeinflussen kannst und was auf die Etappen der Kund:innenreise einzahlt.
  • Wenn etwas ungewiss ist (großes Projekt, lange Entscheidungswege), markiere dir Zeiträume und arbeite mit einem Plan B, den du in die Lücke schieben kannst. Das ist nicht „perfekt“, aber es ist realistisch planbar.
  • Formuliere Ziele so, dass daraus kleine Schritte entstehen. Wenn du merkst, dass dich eine Liste den ganzen Tag im Kopf verfolgt, ist das ein Signal: Du brauchst mehr Zerlegung, mehr Reihenfolge, mehr Machbarkeit.

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