Newsletter Aufreger

Aufreger: funktionieren Newsletter? Aufklärung tut Not!

“Newsletter funktionieren sowieso nicht – also ich persönlich melde mich immer sofort wieder ab.”

Bämm. So oder ähnlich höre ich das ganz oft – erst vor ein paar Tagen (in einem Workshop zum Thema Kundinnen gewinnen auf der Kundenreise) von einer Selbstständigen, die wissen wollte, wie sie denn schnell und einfach Kundinnen für ihr Angebot gewinnen kann.

Zugegeben, so ein pauschales Statement regt mich auf!
Aber weil ich es ja genauer wissen will, frage ich nach:

“Warum hast du dich denn zu dem Newsletter angemeldet?”
“Na da gab es einen Rabatt oder ein Freebie, dass wollte ich haben”.
“Also hat dich interessiert, was die Person zu bieten hatte?”
“Ja schon, aber dann merke ich doch sofort, dass die mir nur was verkaufen wollen, da bin ich dann ganz schnell weg.”

Soweit so gut. Betrachten wir das doch mal aus beiden Perspektiven:

Was die interessierte Newsletter-Leserin will

Da wäre zum einen, die (vielleicht enttäuschte) Interessierte, die sich, nachdem sie sich das gratis Geschenk gesichert hat, auf und davon macht, weil man ihr bloß was verkaufen will.

Na klar, denn Anbieterinnen gehen davon aus, dass sie ihr bei der Lösung eines Problems behilflich sein können. Ungeschickt ist sicherlich, gleich mit der Tür ins Haus zu fallen – das kommt leider immer noch vor.

Die Frage ist, ob die Interessierte wirklich investieren möchte oder noch versucht ihr Problem alleine und mit Hilfe verschiedenen kostenfreier Tipps zu lösen.

Das funktioniert ja auch sehr gut bis zu einem gewissen Grad. Jede von uns holt sich aus der Fülle der Tipps im Netz schon mal einen Rat, Impulse oder Inspiration. Ich sehe das ein bisschen wie im Ladengeschäft den Satz “Ich will mich nur mal umsehen”. Kaufen will ich vermutlich noch nicht, aber mal schauen, was es so gibt, mich inspirieren lassen …

Was die Anbieterin will

Dann die Perspektive der Anbieterin, die ein (hoffentlich hilfreiches, hochwertiges) Geschenk zur Verfügung stellt, um erste Hilfestellungen zu geben, den Kontakt zu Interessierten herzustellen und den Aufbau einer Beziehung zu ermöglichen.

Die ist genervt von “Freebie-Huntern” und Personen, die sich einfach nur durchschnorren wollen. Sie ist enttäuscht, weil sich viele wieder von ihrer Liste abmelden. Kann sein, dass sie ein wenig zu schnell oder voll automatisiert gleich zur Sache kommt und tatsächlich etwas ungeschickt und einfach zu früh ihre Angebot macht.

Newsletter funktionieren – realistische Erwartungen

Ich denke es macht Sinn, das Newsletter-Erlebnis für beide Parteien angenehm zu gestalten und das geht nur, wenn beide realistische Erwartungen haben.

Wichtig ist doch, sich der Funktion eines Newsletters bewusst zu sein. Also für die Anbieterin zu wissen: Regelmäßige Emails funktionieren nach wie vor, um mit Interessierten im Kontakt zu bleiben und Interessiert Schritt für Schritt in Richtung eines Angebots zu begleiten.

Nicht alle sind nur auf der Suche nach kostenfreiem Content und melden sich dann wieder ab. Und wenn doch, prima, denn diese Personen würden vermutlich sowieso nicht kaufen. Wir können es uns leisten, großzügig unser Können mit kostenfreien Inhalten zu beweisen und hilfreiche Tipps zu geben.

Es kann dauern, bis jemand sich entscheidet wirklich mit uns zusammenzuarbeiten. Es kann aber auch sein, dass unser Angebot weiterempfohlen wird. Denn Sinn und Zweck eines Newsletters ist doch, sich immer wieder in Erinnerung zu bringen, bis jemand bereit ist, mit unseren bezahlten Angeboten ihr Leben positiv zu verändern.

3 Tipps für dein Newsletter Karma

  1. Wenn du dich auf Email-Listen einträgst denk daran, dass die Person sich Mühe macht, um dich zu unterstützen, dir bei der Lösung eines Problems zu helfen oder dir einen Wunsch zu erfüllen. Wähle kostenfreie Angebote bewusst aus und mache dir klar, WARUM du den Newsletter abonnierst. Passt dein Motiv zu dir und deinen Werten?
  2. Wenn du das Gefühl bekommst, dass dir zu schnell ein bezahltes Angebot gemacht wird, lass es die Person wissen, indem du ihr auf den Newsletter antwortest und hilf ihr so, dich besser zu verstehen und sich weiterzuentwickeln.
  3. Wenn du einen Newsletter abonnierst und von vornherein weißt, dass du nur das Geschenk haben willst, um dich dann wieder anzumelden, schau, wie du dich trotzdem revanchieren kannst. Du könntest bspw. Beiträge in den sozialen Medien wertschätzend kommentieren oder in deinen Kanälen veröffentlichen, wie dir das gratis Angebot weitergeholfen hat.

Mein Fazit: Newsletter funktionieren

So oder so – über 70% der deutschen Internetnutzerinnen wollen per Email über Angebote informiert werden und auf diesem Wege mit Unternehmen kommunizieren und im Kontakt bleiben. Das zeigt auch, dass Newsletter funktionieren – wenn sie gut gemacht sind.

Denk daran, dass viele inspirierende Newslettern von selbstständigen Frauen wie dir geschrieben werden. Sie machen sich regelmäßig die Arbeit und wollen das Leben anderer Menschen durch ihr Engagement und ihre bezahlten Angebote verbessern. Nicht alle passen zu dir – und du willst vielleicht nur mal schauen und (noch) nicht kaufen. Alles gut.

Was ich nicht gelten lasse, ist das pauschale Statement vom Beginn diese Artikels. Ich wünsche mir da deutlich mehr Reflexion und kollegiale Fairness. Ich hoffe sehr, dass ich durch meine Newsletter und Blogartikel dazu beitragen kann.

 


2 Kommentare zu “Aufreger: funktionieren Newsletter? Aufklärung tut Not!

    1. Susanne Jestel Post author

      Danke Ingrid. Ja, es ist mir wichtig, beide Perspektiven zu zeigen. Manchmal vergessen wir als Selbstständige, dass wir ja auch die meiste Zeit Kundinnen sind – und manchmal sehen wir zu sehr durch die Kundinnenbrille und vergessen, was sich auf Anbieterinnenseite tut. Da hilft der Blick von außen 🙂

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