Warum ich manchmal nicht zum Schreiben komme

Regelmäßig schreiben, die lieb gewonnene Text-Routine pflegen, Gedanken sortieren, Impulse geben, Content produzieren, das alles hat die ersten Monate des Jahres ganz gut geklappt. Ideen und Themen habe ich mehr als genug.

Doch plötzlich reißt der Schreibfluss ab. Der Text wird zu groß. Gedanken fließen wirr in die Tastatur, wiederholen sich ohne Struktur, die Distanz zum Geschriebenen fehlt, auch nach einigen Tagen will sich der rote Faden nicht zeigen. Mist!

Was ist los?, frage ich mich und öffne damit den Selbstzweifeln Tür und Tor. Hereinspaziert: Wer will das lesen? Wen interessiert das schon? Nicht besonders hilfreich …

Und manchmal reißt der Schreibfluss einfach ab, weil es anderes zu tun gibt von morgens bis abends – zusätzlich zur Arbeit mit meinen Klientinnen – so wie derzeit im Haus meiner Mutter in Mecklenburg-Vorpommern:

 

12von12 Regen angetäuscht
Das Cottage für Gäste

Alter Häuser unter Reet in großem Garten – ein Vollzeit-Hobby

Im Gästehaus in drei Zimmern die Betten beziehen, zwei Bäder, Küche und Kammern putzen, die Böden fegen, saugen nebelfeucht wischen, Spinnweben entfernen, Wäsche und kleinere Reparaturen erledigen.

Ein Stammgast, der beruflich hier oben zu tun hat will länger bleiben und morgen kommen – also sagen wir fünf Arbeitern, die eine Woche bleiben wollten, ab. Leider verschiebt sich die Ankunft des Stammgastes, weil Behörden langsam entscheiden. Die fünf Arbeiter kommen woanders unter und uns geht viel Geld durch die Lappen. Wenn man selber vermietet, sieht man das Gastgewerbe mit anderen Augen.

Und während das Gästehaus über jeden modernen Komfort verfügt, wird das Haus meiner Mutter noch mit einem sehr alten Kohleofen beheizt. Also Kohlen schleppen, Holz hacken, anheizen, im richtigen Moment die Ofentür schließen, die Glut nähren, Asche kehren und wieder von vorne. Ich freue mich, als die Tage wärmen werden und wir das Heizen für diese Saison einstellen können. Wir reinigen noch das Ofenrohr, das in den antiken Glockenkamin mündet und sehen aus wie Sau.

Ofenrohr reinigen

Aus den Augen aus dem Sinn. Ein Haus mit vielen Kammern verleitet dazu, schnell mal was aus dem Weg zu räumen und abzustellen. Aber wo hat meine Schwester die Stuhlkissen deponiert? Wo bewahrt meine Mutter die Inbusschlüssel auf? Hatte ich hier nicht die Fahrradpumpen hingelegt? Und warum gibt es vier Staubsauger?

Der Garten misst 7.500 m2, bewachsen mit allerlei Grün, das nicht nur gemäht, geschnitten, gestutzt, gesät, gejätet sondern auch gegossen werden will. Und weil Wasser im Nordosten rar ist, kaufe ich noch eine 300 Liter Wassertonne. Für wenn es doch mal regnet. Die muss mit einem ordentlichen Hahn ausgestattet werden, damit sich das Wasser per Schlauch an die Obstbäume leiten lässt – allein, wo ist der Forstner-Bohrer, mit dem ich das 35mm Loch in die Tonnen bohren will?

 

Stall in Eichhof
Der Stall

#12von12 Rasenmäher

Die Scheune klarieren, in die über den Winter alles einfach irgendwie hineingeworfen wurde. Schön, wenn man das dringend benötigte Werkzeug findet, bevor man kurzerhand (und zum wiederholten Mal) neues kauft. Ein Bohrer war leider nicht dabei, also nochmal zum Baumarkt. Aber dann! Loch bohren, Hahn anschließen, schick!​

 

Über die Jahre haben sich allerlei Bücher angesammelt, darunter auch meterweise pädagogische Fachliteratur und Schulbücher für mehrere Klassenstufen, die meine Mutter (kurz vor achtzig) für den Nachhilfeunterricht benötigt, den sie einigen Schülerinnen immer noch erteilt.

Die Sammlung will aussortiert werden. Einiges wandert in die Box zum Verkauf. Für manch neuwertiges oder sogar eingeschweißtes Exemplare gibt es nur ein paar Cent – egal, alles andere ist einfach zu aufwändig. Krimis, Romane, Bildbände und Kinderbücher dürfen ins Gästehaus, wo sie an Regentagen sicherlich zum Einsatz kommen werden. Was weder da noch dort Platz findet, verschenke ich in Berlin.

Katze Eichhof

Die Katzen, bunt getigerte Streuner und misshandelte Ausreißer, werden täglich im Garten gefüttert. Jede, die uns zuläuft, wird, sobald sie zutraulicher werden und sich fangen lassen, kastriert, damit sie sich nicht weiter unkontrolliert vermehren. Alles auf eigene Kosten und da kommt einiges zusammen. Eine schwarze Katze lebt im Haus – die kommt aus Berlin und ist das so gewohnt.

Die Bunte schleicht sich auch manchmal ins Haus und qualifiziert sich über das Schlafen auf der Kühlschrankkante für die Nachfolge als Hauskatze.

 

Mein Fazit – wer viel anderes um die Ohren hat, kann sich eben manchmal nicht so auf das Schreiben konzentrieren und schreibt dann einfach darüber :-).

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Katzen in Eichhof

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