Sichtbarer mit guten Texten

Die Selbstständigen die ich kenne, reden gerne und begeistert über ihr Thema und ihr Angebot. Schließlich ist ihre Mission Probleme zu lösen, Wünsche zu erfüllen, Menschen das Leben zu erleichtern oder es einfach schöner zu machen.

Doch leider nehmen viele Selbstständige an, sie müssten einer Person, die sie gerade erst kennenlernen sofort etwas verkaufen. Das fühlt sich dann – zu Recht – unangenehm an. Dieses unangenehme Gefühl sich “aufzudrängen” oder “sich zu verkaufen” verhindert, dass sich Selbstständige überhaupt in die Sichtbarkeit trauen. Dadurch kennt sie kaum jemand, Kund:innen bleiben aus, der Druck etwas zu verkaufen wird größer und sichtbar werden fühlt sich noch unangenehmer an – ein Teufelskreis.

Mein Motto: Marketing einfach machen bedeutet für mich (auch), günstige Gelegenheiten zu schaffen und zu nutzen, um über das eigene Thema zu sprechen, sich Menschen vorzustellen und Interessierte jeweils zum nächsten Schritt in Richtung des eigenen Angebots einzuladen.

Günstige Gelegenheiten für deine Sichtbarkeit schaffen und nutzen

Es gibt viele wunderbare Gelegenheiten, bei denen du dich und dein Angebot präsentieren kannst. Je öfter du solche günstigen Gelegenheiten wahrnimmst, um fröhlich, entspannt und vorläufig auch OHNE Verkaufsabsicht über dein Thema zu plaudern und dich einem neuen Publikum zu zeigen, desto besser für deine Sichtbarkeit. Logisch.

Ideal ist es, wenn du für solche Gelegenheiten vorbereitet bist und sowohl Texte als auch Bildmaterial in der digitalen Schublade liegen hast. Darum investiere etwas Zeit und Energie und stelle etwas Material zusammen. Wie das geht und welche Fehler du vermeiden kannst, schildere ich in diesem Artikel.

Digitale Schaufenster für dein Angebot

Sowohl offline als auch online gibt es zahlreiche Möglichkeiten, dich mit deinem Angebot ins Gespräch zu bringen, einige kennst und nutzt du bestimmt schon, bspw. Gruppen in den sozialen Medien, wo es die “Teile-dein-Angebot-Posts” gibt, die du kommentieren kannst.

Im Projekt GUT plus, in dem ich seit vielen Jahren Gründerinnen und Unternehmerinnen bei ihrer Marketing-Kommunikation begleite, lade ich die Teilnehmerinnen regelmäßig ein, sich und ihr aktuelles Angebot im Blog vorzustellen.

Vergangenes Jahr habe ich ein digitales Magazin konzipiert und umgesetzt, in dem sich 39 selbstständige Frauen aus Berlin präsentieren. In zahlreichen eigenen Gruppen bin ich Community Managerin und lade die Mitglieder immer wieder ein, sich und ihr aktuelles Angebot vorzustellen.

Ich habe also reichlich Erfahrung mit Kurzportraits und möchte dir in diesem Artikel ein paar Tipps aus der Praxis geben.

Die Fehler, die ich immer wieder sehe

Aus der Perspektive einer Leserin finde ich einige Texte eher unangenehm. Sie sind so geschrieben, dass ich mich tendenziell distanziere und wenig Lust verspüre weiter zu lesen. Wie schade! Hier, was mich abtörnt:

  • Ich werde im Plural angesprochen, obwohl ich ganz alleine vor dem Computer oder Handy-Bildschirm sitze und den Text lese. Mich persönlich nervt das.
  • Mir werden oft viele rhetorische Fragen gestellt, bevor ich zum eigentlichen Kern des Textes komme. “Willst du endlich ein glückliches, erfülltes Leben führen? Hindern dich dunkle Gedanken daran deine Ziele zu erreichen? Willst du auch den Erfolg, der dir zusteht?”
    Da denke ich:”Bla, bla, komm auf den Punkt, worum geht es hier?”. Mich törnen solche Fragen ab, wenn ich mich über das Angebot einer Person, die mir empfohlen wurde, oder die ich auf einer Veranstaltung kennen gelernt habe, informieren will.
  • Bei manchen Texten muss ich lange Passagen lesen, bevor ich zu dem Teil komme, in dem es um mich, als Leserin / Interessierte / potentielle Kundin geht. Die für mich relevanten Inhalten dürfen ganz nach oben!
  • Oft wird mir direkt ein Angebot gemacht, obwohl ich die Verfasserin des Textes noch gar nicht oder nur sehr kurz kenne. Da gehe ich in eine innere Abwehrhaltung, denn die Etappen auf der Kund:innenreise werden nicht beachtet. Was es damit auf sich hat, kannst du in diesem Artikel nachlesen.

Verkauft wird erst in der vierten Etappe der Kund:innen-Reise! Erst darfst du dich vorstellen, verbinden, Interessierte vorbereiten und dann ein passendes Angebot machen.

Meine Tipps, wie du dich und dein Angebot charmant vorstellen kannst

  • Vor dem Computer oder am Handy sitzt, immer EINE Leserin oder ein Leser, die/der sich gemeint fühlen will. Spricht diese eine Person im Singular an und vermeide die Mehrzahl (Plural).
  • Auch wenn du in Gruppe oder auf einem Blog kommentierst, schreibe immer so, als ob dich hier noch kein Schwein kennt – was wahrscheinlich auch der Fall ist. Und auch wenn du in dieser Gruppe bekannt bist wie ein bunter Hund ist es trotzdem nett, wenn du dich immer wieder kurz vorstellst und dein Gegenüber einfach daran erinnerst, was du machst und was dein Thema ist.
  • Wenn du dich selbst vorstellst liest sich der Text anders, als wenn dich jemand anderes vorstellt. Habe Texte in beiden Versionen in der Schublade.
    Variante 1: Hallo, ich bin Susanne. Ich bin Fachfrau für beziehungsorientierte Marketingkommunikation und helfe selbstständigen Frauen dabei Kund:innen zu gewinnen.
    Variante 2: Das ist Susanne. Als Fachfrau für beziehungsorientierte Marketingkommunikation hilft sie selbstständigen Frauen dabei Kund:innen zu gewinnen.
  • Bitte benenne deine Dateien (Text und Foto) mit deinem Namen. Kaum zu glauben, was ich manchmal an Daten bekomme. Die Person, die deine Daten weiterverarbeitet kennt dich u.U. gar nicht und kann ein IMG 4678.jpg vermutlich nicht deinem Text, der gerne auch mal mit “Text für Marketing” oder “Text für Susanne” benannt wird, zuordnen.
  • Sei fair und nenne die Fotografin oder den Fotografen des eingereichten Fotos. Diese Person freut sich darüber und das pflegt so auch gleich auch eure Beziehung.
  • Denk an eine aussagekräftige Überschrift und Zwischenüberschriften, die die Leser:innen durch deinen Text leiten. Es gibt Schnell- und Gründlich-Leser:innen, beide dürfen sich durch deinen Text angesprochen fühlen.
  • Vermeide es, sich mit rhetorischen Fragen direkt an die Leser:innen zu wenden. Eleganter ist es, zu beschreiben, was du Positives für welchen Personenkreis leisten kannst. Das macht es anderen Menschen leichter, dich zu empfehlen und sorgt dafür, dass sich Leser:innen nicht bedrängt fühlen. Die direkte Ansprache und Fragen mit Botschaften wie “Geht es dir auch so …?” oder “Stehst du hier und willst nach da …?” gehören eher in deine Verkaufstexte.
  • Nutze den One-Liner oder Empfehlungs-Satz für deine Vorstellung. Das ist ein wunderbares Konzept, um dich bei vielen Gelegenheiten entspannt und ohne Verkaufsdruck ins Gespräch zu bringen. Dazu habe ich eine Anleitung geschrieben, die du in diesem Blogartikel findest.

Checkliste für deinen Vorstellungs-Text

  1. Stell dich in einigen kurzen Sätzen vor. Nenne ein paar relevante Informationen wie Vorname, Name, ggf. Unternehmensname, Berufsbezeichnung(en),
  2. Erkläre WAS du anbietest und was dein Angebot bringt/bewirkt
  3. Erkläre für WEN das genau jetzt relevant ist.
  4. Lade die Leser:innen zum nächsten Schritt ein (Call to Action)
  5. Nenne deine Kontaktdaten (bspw. Webseite / Telefonnummer / Link zur Newsletter-Anmeldung / Kontaktformular ) alles, was es Interessierten Menschen leicht macht, den nächsten Schritt zu gehen und weiter mit dir in Kontakt zu kommen.
  6. Füge ein schönes Foto bei (nenne die Fotografin / den Fotografen) und benenne die Daten mit deinem Namen.

Du möchtest weitere Tipps zum Thema Kund:innen gewinnen und Marketing einfach machen? Dann trag sich in meinen Verteiler ein und freue dich auf Impulse, machbare Tipps und Einladungen zu meinen Impulstreffen.

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